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Foto(c) Martin Gotsmann

Geschichte der Stadt Frankfurt am Main

Legende

Als die Franken vor einer sächsischen Übermacht fliehen mussten, kamen sie an das breite südliche Ufer des Mains, wussten aber nicht wie, sie auf die andere Seite des Flusses kommen konnten, der damals noch sehr breit war und sich mit vielen Nebenarmen durch das bewaldete Flachland schlängelte. Es war ein nebliger Tag, an dem man kaum die eigene Hand vor Augen sehen konnte, als plötzlich der Nebel für einen kurzen Augenblick die Sicht freigab. Mitten im Fluss stand eine Rehkuh, die sichtlich erschreckt, zu den Franken herübersah und dann gemächlich den Fluss durchquerte, um auf der anderen Seite im Dickicht zu verschwinden. Die Franken zögerten nicht lange und flüchteten über die Furt auf das nördliche Ufer und entkamen dadurch ihren Verfolgern. Das nördliche Ufer heißt seitdem Frankfurt und das südliche Sachsenhausen.

0 - 500 n. Chr.
Die Römer eroberten das Gebiet um 90 n. Chr. und errichteten im heutigen Stadtteil Heddernheim ein Kastell und auf dem Römerberg eine kleine Siedlung. Archäologische Funde auf dem Römerberg, der damals noch eine Insel war, weisen eine ca. 3000 jährige Besiedlung nach. Die Römer wurden von den Alemannen um 300 n. Chr. vertrieben.

500-1000
Den Alemannen folgten die Merowinger, die sich ab 500 n. Chr. hier baulich verewigten. Eine fränkische Siedlung mit dem Namen Frankfurt wird 794 erstmals urkundlich erwähnt. In der Stadt befindet sich eine karolingische Palastanlage mit Königshalle, in der Karl der Große eine Reichs-versammlung und Synode abhielt. Ab 856 wird Frankfurt Wahl- und Krönungsstadt der deutschen Könige.

1000 - 1500
Friedrich Barbarossa wird hier 1152 zum König gewählt. Kaiser Friedrich der II stellt 1240 die Besucher der Frankfurter Messe unter seinen Schutz. Frankfurt wird durch das Grundgesetz des Reiches, die Goldene Bulle 1356 zur alleinigen Wahlstadt der Könige des Reiches. Frankfurt wird 1372 Freie Reichsstadt und zählt 10.000 Einwohner. Die Juden werden 1462 gezwungen in ein Getto zu ziehen (Judengasse).

1500 - 1900
Frankfurt schließt sich der Reformation von Martin Luther an. Die Stadt wächst auch durch Glaubensflüchtlinge bis 1600 auf 20.000 Einwohner an. Die Frankfurter Börse wird 1585 gegründet. Revolution der Bürger gegen den Rat der Stadt 1612 und Plünderung der Judengasse. Frankfurt wird 1759, 1792 und 1806 von den Franzosen besetzt. Frankfurt wird als Freie Stadt 1816 Sitz des Deutschen Bundestages. In der Paulskirche tagt 1848/49 die Deutsche Nationalversammlung. Frankfurt wird 1866 von den Preußen besetzt. Die Einwohnerzahl steigt um 1860 auf 70.000 Einwohner.

1900 - 2000
Die Universität wird 1914 gegründet und die Einwohnerzahl steigt durch Eingemeindungen auf 400.000. Nach weiteren Eingemeindungen wächst die Einwohnerzahl 1930 auf 500.000. Die jüdische Gemeinde wird von der NSDAP vernichtet. Amerikanische Bomber zerstören 1944 die Frankfurter Altstadt. Die erste U-Bahn-Linie wird 1964 eröffnet. Der Messeturm wird 1990 das höchstes Hochhaus Europas. Frankfurt wird 1992 zum Sitz der Europäische Zentralbank gewählt. Die Commerzbank wird 1996 zum höchsten Hochhaus Europas. Die Stadt Frankfurt zählt 1999 ca. 650.000 Einwohner.